Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

Biobasierter Hochleistungskunststoff für die Elektroindustrie

SCHLEGEL ist Partner in einem Projekt mit Fraunhofer Umsicht

In einem gemeinsamen Projekt mit Industriepartnern entwickelt das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik (UMSICHT) einen biobasierten Hochleistungskunststoff auf Basis von Polymilchsäure (PLA) für den Einsatz in der Elektroindustrie. Der Elektrotechnikspezialist Georg Schlegel ist einer der Projektpartner.

 Kunststoffe sind für die Elektroindustrie essenziell – sie isolieren und schützen und müssen daher z. B. wärmeformbeständig, flammgeschützt oder mechanisch robust sein. Derzeit kommen dafür vorwiegend fossil-basierte Kunststoffe wie Polyamide oder Polycarbonate zum Einsatz, es fehlen biobasierte Alternativen. 

Im gerade gestarteten zweijährigen Verbundprojekt »HighTechPLA« entwickelt Fraunhofer UMSICHT zusammen mit Partnern ein biobasiertes Hochleistungscompound auf Basis von Polymilchsäure (PLA). Neben Schlegel sind noch folgende Industriepartner im Projekt: FKuR Kunststoff GmbH, Bodo Ehmann GmbH, Werner Langer GmbH & Co. KG und die LED Linear GmbH.

In Deutschland werden jährlich rund 1 Million Tonnen Kunststoffe im Elektro-/Elektronikbereich verarbeitet. Der Großteil ist fossil-basiert, Rezyklate kommen hier eher geringfügig zum Einsatz. Eine biobasierte Alternative, die in der Elektroindustrie einsetzbar wäre, könnte enorm dazu beitragen, eine CO2-Neutralität bis 2050 zu erreichen. 

Die zentrale Herausforderung besteht darin, biobasierte Kunststoffe mit spezifischen, einander beeinflussenden Funktionen, auszustatten, sie für technische Anwendungen weiterzuentwickeln und für konventionelle Spritzgießverfahren wirtschaftlich kompatibel zu machen. 

Vom Struktur-Eigenschaftsmodell hin zu marktreifen Produkten 

Im Verbundprojekt »HighTechPLA« entwickelt das Projektteam einen Hochleistungswerkstoff auf Basis von PLA für elektronische Bauteile. Das Konsortium vereint Expertise aus Forschung und Industrie aus den Bereichen Werkstoffentwicklung, Spritzguss und Produktionsentwicklung. 

Ziel ist es zunächst, ein tiefgreifendes Verständnis der Struktur-Eigenschaftsbeziehungen in PLA-Compounds zu erlangen, um so Zielkonflikte zwischen Kristallisationsverhalten, Schlagzähigkeit und Flammschutz systematisch zu lösen, sodass mehrere funktionale Anforderungen gleichzeitig erfüllt werden. Ein Struktur-Eigenschaftsmodell soll es dann ermöglichen, Rezepturen und Prozesse praxisnah zu simulieren und in realen Produktionsanlagen zu validieren. Die enge Verzahnung von Material- und Verfahrensentwicklung soll Zykluszeiten mit konventionellen Prozessen vergleichbar halten.

»Wir zielen darauf ab, dass Projektergebnisse schnell in marktreife Produkte transferiert werden können. Die Ergebnisse haben zudem das Potenzial, auf andere Branchen ausgeweitet zu werden«, erklärt Christina Eloo, Abteilung Circular and Bio-based Plastics bei Fraunhofer UMSICHT. Das Projekt „HighTechPLA“ wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

Quelle: Pressemitteilung Fraunhofer UMSICHT/ Foto: Fraunhofer UMSICHT

Icon E-Mail Icon Telefon