Männer- und Frauengesundheit
Das Angebot umfasst mehr als finanzielle Unterstützung. Konkret gibt es Zuschüsse für Kinderwunschbehandlungen und das sogenannte Social Freezing, also das vorsorgliche Einfrieren von Eizellen. Zusätzlich erhalten die Versicherten Zugang zu einer digitalen Plattform mit ärztlicher Beratung rund um Frauen- und Männergesundheit – von Schwangerschaft bis hin zu Wechseljahresbeschwerden oder Vorsorgethemen. Facharzttermine können in der Regel innerhalb weniger Tage online vereinbart werden. Ein zentraler Punkt ist dabei die Vertraulichkeit: Die Nutzung erfolgt vollständig anonymisiert, der Arbeitgeber erfährt nicht, wer Angebote in Anspruch nimmt.
Dass Unternehmen sich mit reproduktiver Gesundheit befassen, hat auch mit ihrer Bedeutung zu tun: Laut Bundesfamilienministerium bleibt rund jedes zehnte Paar in Deutschland ungewollt kinderlos. Viele Frauen leiden unter Beschwerden in den Wechseljahren, die sich auch auf den Arbeitsalltag auswirken können. Bei Männern werden Prostatakrebserkrankungen häufig erst spät erkannt – oft, weil Vorsorgeuntersuchungen zu lange aufgeschoben werden.
In den USA ist das Thema in vielen Unternehmen bereits etabliert. In Deutschland steckt es noch in den Kinderschuhen. „In Deutschland gibt es bislang nur wenige Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden Leistungen im Bereich Fertility Policy anbieten“, sagt Katharina Jung, Geschäftsführerin von ONUAVA. Schlegel nimmt hier im Mittelstand eine Vorreiterrolle ein.
Konsequenter Schritt
Für Schlegel ist das ein konsequenter Schritt: Als Familienunternehmen stehen die Mitarbeitenden im Mittelpunkt, so das Unternehmen. Gleichzeitig ist die Erweiterung ein weiterer Baustein der Personalpolitik. Arbeitsbedingungen gelten als bedeutender Faktor im Wettbewerb um Fachkräfte; laut einer Umfrage im Auftrag des Bundesfamilienministeriums halten 90 Prozent Familienfreundlichkeit für so wichtig wie das Gehalt. Schlegel setzt bereits auf flexible Arbeitszeiten, Teilzeitmodelle und – wo möglich – mobiles Arbeiten. Mit der Erweiterung der bKV geht das Unternehmen nun einen Schritt weiter. „Wir stärken damit unsere Mitarbeitenden und verbessern zugleich unsere Attraktivität als Arbeitgeber, mit dem Ziel, Fachkräfte zu binden und neue zu gewinnen“, sagt Christoph Schlegel.