Drucktasten zählen zu den am häufigsten eingesetzten Bedienelementen in der industriellen Steuerungstechnik und ermöglichen das Starten, Stoppen und Steuern von Maschinen und Anlagen. Obwohl die Drucktaste technisch einfach erscheint, entscheidet ihre richtige Auswahl maßgeblich über Sicherheit, Zuverlässigkeit und Bedienkomfort.
In diesem Beitrag erhalten Sie grundlegende Informationen zu Drucktastern und Druckschaltern und zur richtigen Auswahl eines Tasters oder Schalters aus Anwendersicht.

Ein Drucktaster ist ein elektromechanisches Schaltgerät für die Steuerung von Maschinen und Anlagen. Ein Taster schließt oder öffnet einen elektrischen Kontakt nur während der Betätigung. Nach dem Loslassen kehrt die Drucktaste selbstständig in ihre Ausgangsposition zurück. Diese Momentfunktion unterscheidet die Taste von einem rastenden Druckschalter, bei dem der Schalter dauerhaft in der gedrückten Stellung verbleibt. Taster sind deshalb ideal für Steuerbefehle, bei denen kein dauerhaftes Signal gewünscht ist.
Typische Aufgaben sind:Ein rastender Druckschalter schließt oder öffnet einen elektrischen Kontakt durch eine Betätigung und bleibt anschließend in dieser Schaltstellung. Erst eine erneute Betätigung bringt den Druckschalter wieder in seine Ausgangsposition. Druckschalter eignen sich daher besonders für Anwendungen, bei denen ein dauerhaftes Ein- oder Ausschalt signal benötigt wird.
Typische Aufgaben sind:
Die Drucktaste ist ein Bauteil, das vielseitig in nahezu allen Bereichen der Technik eingesetzt wird – in alltäglichen Geräten ebenso wie in komplexen Steuerungen von Industriemaschinen. Besonders im industriellen Umfeld sind sie unverzichtbar, da sie eine direkte, intuitive Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine darstellen.
Drucktasten kommen in verschiedenen Bereichen zum Einsatz:
Im Maschinenbau werden Drucktaster und Druckschalter vorwiegend für Start-, Stopp- und Reset-Funktionen eingesetzt. In der Steuerungstechnik dienen sie als manuelle Eingabeelemente für SPS-Systeme, während sie in der Medizintechnik oder Gebäudeautomation zusätzlich hohe Anforderungen an Ergonomie und Sicherheit erfüllen müssen. Die jeweilige Nutzung bestimmt damit direkt die notwendigen Drucktastereigenschaften.
Wie funktioniert ein Drucktaster oder -schalter? Die Funktionsweise des Tasters basiert auf einem mechanischen Aufbau aus Betätiger, Rückstellfeder und einem oder mehreren Kontaktblöcken. Wird die Drucktaste betätigt, wird die Feder gespannt und der Kontakt geschaltet. Nach dem Loslassen sorgt die Feder für die sichere Rückstellung.
Aus Anwendersicht entscheidend ist die Kontaktart:
In vielen industriellen Anwendungsgebieten reicht ein einzelner Kontakt nicht aus. Drucktaster werden deshalb häufig mit mehreren Schließern oder Öffnern ausgestattet. Ein zentraler Grund ist die Trennung unterschiedlicher Stromkreise. Steuer-, Melde- und Beleuchtungskreise haben oft unterschiedliche Spannungen oder Sicherheitsanforderungen und sollten daher getrennt geschaltet werden.
Besonders relevant ist dieser Punkt bei sicherheitsgerichteten Funktionen. Bei Stopp- oder Not-Halt-Applikationen sind mehrere Öffnerkontakte Stand der Technik. Sie ermöglichen eine redundante Abschaltung und erlauben die Überwachung durch Sicherheitsrelais oder Steuerungen. So lassen sich Fehler wie Kontaktverschweißungen erkennen und ein sicherer Zustand herstellen.
Darüber hinaus erlauben mehrere Kontakte eine funktionale Aufteilung:
Damit lassen sich einfache logische Funktionen direkt über den Drucktaster abbilden, ohne zusätzliche Hardware einzusetzen.

Neben der Funktion spielen die mechanischen und elektrischen Eigenschaften eine entscheidende Rolle. Dazu zählen die mechanische Lebensdauer, die Bemessungsspannung und der Bemessungsstrom sowie die Nutzungskategorie, wie z. B. AC-15 (für die Steuerung größerer elektromagnetischer Lasten) oder DC-13 (Steuerung von Elektromagneten bei Gleichstrom). Die Kennwerte des Tasters müssen zum jeweiligen Einsatz passen, um einen zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten.
Ein weiterer wichtiger Punkt sind die IP-Schutzarten. Neben dem Schutz gegen Eindringen von Staub ist bei Drucktasten besonders das Eindringen von Flüssigkeiten unerwünscht. Die erste Kennzahl der Schutzart nach dem „IP“ gibt den Schutz gegenüber Staub an, die zweite Kennzahl den Schutz gegenüber Flüssigkeiten. In der Regel bieten die meisten Drucktasten einen hohen Schutz gegenüber Staub. Für Anwender bedeutet das konkret:
Je nach Einsatzort ergeben sich daraus klare Anforderungen an Gehäusematerial (Kunststoff oder Metall ...) und Konstruktion. Edelstahl-Drucktaster werden häufig dort eingesetzt, wo hohe mechanische Belastung, aggressive Medien oder strenge Hygienevorschriften gelten.
Drucktasten unterscheiden sich zudem nach:
Modulare Drucktaster-Systeme bieten zusätzliche Vorteile. Sie ermöglichen es, Betätiger, Kontaktblöcke und Beleuchtung flexibel zu kombinieren, Funktionen nachträglich zu erweitern und Komponenten im Servicefall schnell auszutauschen.
Hersteller wie Schlegel setzen auf modulare Baukastensysteme, robuste Materialien und eine konsequent industrielle Auslegung ihrer Drucktaster und Druckschalter. Die Produkte werden ausschließlich in Deutschland gefertigt („Made in Germany“) und decken alle gängigen Einbauöffnungen sowie unterschiedliche Bauformen ab. Anwender können zwischen Varianten mit kurzem Hub oder längerem Betätigungsweg wählen und Drucktaster mit verschiedenen Kombinationen von Schließer- und Öffnerkontakten konfigurieren.
Neben der funktionalen Auslegung legt Schlegel Wert auf eine ansprechende Gestaltung der Bedienelemente. Für seine Produktlösungen wurde das Unternehmen vielfach mit Designpreisen ausgezeichnet.
Für Drucktaster als industrielle Schaltgeräte gelten unter anderem die IEC 60947-5-1 sowie die entsprechende DIN EN 60947. Diese Normen definieren elektrische Belastbarkeit, mechanische Lebensdauer und sicherheitsrelevante Eigenschaften wie Zwangsöffnung. Für Konstrukteure und Betreiber bilden sie die Grundlage für normkonforme, sichere Maschinen und Anlagen.
Drucktasten sind einfache Bedienelemente mit hoher technischer Bedeutung. Ihre zuverlässige Funktion entsteht erst durch die richtige Kombination aus Anwendung, Kontaktlogik und Eigenschaften. Wer Drucktaster oder Druckschalter konsequent aus Anwendersicht auswählt, berücksichtigt nicht nur die Funktionsweise, sondern auch Sicherheitsanforderungen, Umgebungsbedingungen und Normen. Mehrere Schließer oder Öffner sind dabei oft die technisch saubere Lösung – und ein wesentlicher Beitrag zu sicheren, langlebigen und wartungsfreundlichen industriellen Steuerungen.
