Drucktaste und Drucktaster in der Industrie: Anwendungen, Eigenschaften und Funktionsweise
Drucktasten zählen zu den am häufigsten eingesetzten Bedienelementen in der industriellen Steuerungstechnik und ermöglichen das Starten, Stoppen und Steuern von Maschinen und Anlagen. Obwohl die Drucktaste technisch einfach erscheint, entscheidet ihre richtige Auswahl maßgeblich über Sicherheit, Zuverlässigkeit und Bedienkomfort.
In diesem Beitrag erhalten Sie grundlegende Informationen zu Drucktastern und Druckschaltern und zur richtigen Auswahl eines Tasters oder Schalters aus Anwendersicht.
Grundprinzip von Drucktaster und Druckschalter

Was ist ein Drucktaster?
Ein Drucktaster ist ein elektromechanisches Schaltgerät für die Steuerung von Maschinen und Anlagen. Ein Taster schließt oder öffnet einen elektrischen Kontakt nur während der Betätigung. Nach dem Loslassen kehrt die Drucktaste selbstständig in ihre Ausgangsposition zurück. Diese Momentfunktion unterscheidet die Taste von einem rastenden Druckschalter, bei dem der Schalter dauerhaft in der gedrückten Stellung verbleibt. Taster sind deshalb ideal für Steuerbefehle, bei denen kein dauerhaftes Signal gewünscht ist.
Typische Aufgaben sind:- das Auslösen eines Steuerimpulses
- die gezielte Unterbrechung eines Stromkreises
- die Quittierung oder Rücksetzung von Zuständen
Was ist ein Druckschalter?
Ein rastender Druckschalter schließt oder öffnet einen elektrischen Kontakt durch eine Betätigung und bleibt anschließend in dieser Schaltstellung. Erst eine erneute Betätigung bringt den Druckschalter wieder in seine Ausgangsposition. Druckschalter eignen sich daher besonders für Anwendungen, bei denen ein dauerhaftes Ein- oder Ausschalt signal benötigt wird.
Typische Aufgaben sind:
- Ein-/Ausschalten einer Maschine oder Baugruppe
- Aktivieren einer Betriebsart
- Einschalten einer Beleuchtung
Anwendungen von Drucktasten: Wo und wie sie eingesetzt werden
Einsatzgebiete
Die Drucktaste ist ein Bauteil, das vielseitig in nahezu allen Bereichen der Technik eingesetzt wird – in alltäglichen Geräten ebenso wie in komplexen Steuerungen von Industriemaschinen. Besonders im industriellen Umfeld sind sie unverzichtbar, da sie eine direkte, intuitive Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine darstellen.
Drucktasten kommen in verschiedenen Bereichen zum Einsatz:
- Maschinen- und Anlagenbau
- Fahrzeugtechnik, Automobilindustrie und Transportlogistik
- Unterhaltungselektronik und in Haushaltsgeräten
- Medizintechnik
- Gebäudeautomation
- Schiffbau
Im Maschinenbau werden Drucktaster und Druckschalter vorwiegend für Start-, Stopp- und Reset-Funktionen eingesetzt. In der Steuerungstechnik dienen sie als manuelle Eingabeelemente für SPS-Systeme, während sie in der Medizintechnik oder Gebäudeautomation zusätzlich hohe Anforderungen an Ergonomie und Sicherheit erfüllen müssen. Die jeweilige Nutzung bestimmt damit direkt die notwendigen Drucktastereigenschaften.
Funktionsweise von Taster und Schalter – relevant für die Auswahl
Wie funktioniert ein Drucktaster oder -schalter? Die Funktionsweise des Tasters basiert auf einem mechanischen Aufbau aus Betätiger, Rückstellfeder und einem oder mehreren Kontaktblöcken. Wird die Drucktaste betätigt, wird die Feder gespannt und der Kontakt geschaltet. Nach dem Loslassen sorgt die Feder für die sichere Rückstellung.
Kontaktart
Aus Anwendersicht entscheidend ist die Kontaktart:
- Schließer (NO – Normally Open): Der Stromfluss wird erst beim Drücken geschlossen, typisch für Start- oder Freigabesignale.
- Öffner (NC – Normally Closed): Der Stromkreis wird beim Drücken unterbrochen, bevorzugt bei Stopp- und Sicherheitsfunktionen.
- Wechsler: Kombination aus Öffner und Schließer für komplexere Steueraufgaben.
Warum mehrere Schließer oder Öffner notwendig sind
In vielen industriellen Anwendungsgebieten reicht ein einzelner Kontakt nicht aus. Drucktaster werden deshalb häufig mit mehreren Schließern oder Öffnern ausgestattet. Ein zentraler Grund ist die Trennung unterschiedlicher Stromkreise. Steuer-, Melde- und Beleuchtungskreise haben oft unterschiedliche Spannungen oder Sicherheitsanforderungen und sollten daher getrennt geschaltet werden.
Besonders relevant ist dieser Punkt bei sicherheitsgerichteten Funktionen. Bei Stopp- oder Not-Halt-Applikationen sind mehrere Öffnerkontakte Stand der Technik. Sie ermöglichen eine redundante Abschaltung und erlauben die Überwachung durch Sicherheitsrelais oder Steuerungen. So lassen sich Fehler wie Kontaktverschweißungen erkennen und ein sicherer Zustand herstellen.
Darüber hinaus erlauben mehrere Kontakte eine funktionale Aufteilung:
- ein Kontakt schaltet den Steuerbefehl,
- ein weiterer meldet den Zustand an die Steuerung,
- ein zusätzlicher Kontakt steuert eine optische Anzeige.
Damit lassen sich einfache logische Funktionen direkt über den Drucktaster abbilden, ohne zusätzliche Hardware einzusetzen.

Eigenschaften eines Drucktasters oder Druckschalters: Worauf Anwender achten sollten
Neben der Funktion spielen die mechanischen und elektrischen Eigenschaften eine entscheidende Rolle. Dazu zählen die mechanische Lebensdauer, die Bemessungsspannung und der Bemessungsstrom sowie die Nutzungskategorie, wie z. B. AC-15 (für die Steuerung größerer elektromagnetischer Lasten) oder DC-13 (Steuerung von Elektromagneten bei Gleichstrom). Die Kennwerte des Tasters müssen zum jeweiligen Einsatz passen, um einen zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten.
IP-Schutzarten: Wasserdicht und Schutz gegen Staub
Ein weiterer wichtiger Punkt sind die IP-Schutzarten. Neben dem Schutz gegen Eindringen von Staub ist bei Drucktasten besonders das Eindringen von Flüssigkeiten unerwünscht. Die erste Kennzahl der Schutzart nach dem „IP“ gibt den Schutz gegenüber Staub an, die zweite Kennzahl den Schutz gegenüber Flüssigkeiten. In der Regel bieten die meisten Drucktasten einen hohen Schutz gegenüber Staub. Für Anwender bedeutet das konkret:
- IP65: Schutz gegen Staub und Strahlwasser, typisch für Maschinenräume.
- IP67: Schutz bei zeitweiligem Untertauchen, relevant für feuchte Umgebungen.
- IP69K: Schutz bei Hochdruck- und Dampfstrahlreinigung, z. B. in Hygienebereichen.
Je nach Einsatzort ergeben sich daraus klare Anforderungen an Gehäusematerial (Kunststoff oder Metall ...) und Konstruktion. Edelstahl-Drucktaster werden häufig dort eingesetzt, wo hohe mechanische Belastung, aggressive Medien oder strenge Hygienevorschriften gelten.
Drucktaster: Bauformen, Einbaugrößen, beleuchtet und modulare Varianten
Drucktasten unterscheiden sich zudem nach:
- Einbauöffnung: Standardmäßig werden 16,2 mm, 22,3 mm, 30,5 mm im Durchmesser sowie quadratische Größen (23,1 mm, 24 mm, und 26 mm) angeboten
- Bauform: Rund, quadratisch, rechteckig, abgerundet
- Einbautiefe der Drucktaster
- Farbe des Frontrahmens bzw. Beleuchtung des Tasters
Modulare Drucktaster-Systeme bieten zusätzliche Vorteile. Sie ermöglichen es, Betätiger, Kontaktblöcke und Beleuchtung flexibel zu kombinieren, Funktionen nachträglich zu erweitern und Komponenten im Servicefall schnell auszutauschen.
Große Auswahl an Drucktastern bei SCHLEGEL
Hersteller wie Schlegel setzen auf modulare Baukastensysteme, robuste Materialien und eine konsequent industrielle Auslegung ihrer Drucktaster und Druckschalter. Die Produkte werden ausschließlich in Deutschland gefertigt („Made in Germany“) und decken alle gängigen Einbauöffnungen sowie unterschiedliche Bauformen ab. Anwender können zwischen Varianten mit kurzem Hub oder längerem Betätigungsweg wählen und Drucktaster mit verschiedenen Kombinationen von Schließer- und Öffnerkontakten konfigurieren.
Neben der funktionalen Auslegung legt Schlegel Wert auf eine ansprechende Gestaltung der Bedienelemente. Für seine Produktlösungen wurde das Unternehmen vielfach mit Designpreisen ausgezeichnet.
Normen als verbindliche Grundlage
Für Drucktaster als industrielle Schaltgeräte gelten unter anderem die IEC 60947-5-1 sowie die entsprechende DIN EN 60947. Diese Normen definieren elektrische Belastbarkeit, mechanische Lebensdauer und sicherheitsrelevante Eigenschaften wie Zwangsöffnung. Für Konstrukteure und Betreiber bilden sie die Grundlage für normkonforme, sichere Maschinen und Anlagen.
Fazit
Drucktasten sind einfache Bedienelemente mit hoher technischer Bedeutung. Ihre zuverlässige Funktion entsteht erst durch die richtige Kombination aus Anwendung, Kontaktlogik und Eigenschaften. Wer Drucktaster oder Druckschalter konsequent aus Anwendersicht auswählt, berücksichtigt nicht nur die Funktionsweise, sondern auch Sicherheitsanforderungen, Umgebungsbedingungen und Normen. Mehrere Schließer oder Öffner sind dabei oft die technisch saubere Lösung – und ein wesentlicher Beitrag zu sicheren, langlebigen und wartungsfreundlichen industriellen Steuerungen.
